Mit den TraumaTagen initiiert und veranstaltet Ankerland seit 2011 eine deutschlandweit einzigartige Informations- und Diskussionsplattform rund um die Themen Traumatisierung und Traumatherapie bei Kindern und Jugendlichen. Ankerland wendet sich mit dieser Veranstaltungsreihe gleichermaßen an Fachpublikum, Betroffene, die Presse und die allgemeine Öffentlichkeit.

Im zweiten Jahr der TraumaTage fokussierten wir auf den Kern des Problems:

Traumata im Kindesalter und die Folgen. Auch heute ist in Hamburg leider Fakt: Traumatisierte Kinder und Jugendliche laufen Gefahr, unerkannt und unbehandelt in eine akute Versorgungslücke zu fallen… und auch die Zeit heilt nicht alle Wunden.

Die Themen der Ankerland TraumaTage 2013 im Überblick

1. Trauma im Kindesalter: oft nicht erkannt und nicht behandelt
Folgen von traumatischem Stress auf die Gehirnfunktion wenn die Diagnose fehlt: ADHS? Aggressive Kinder? Wie kann man helfen?
Traumatisierte Kinder im schulischen Umfeld

2. Traumafolgestörungen im gesellschaftlichen Kontext
Spätfolgen des Traumas: ein lebenslanges Leiden – für Körper, Psyche und soziales Umfeld
Wenn Opfer zu Tätern werden.

Wirtschaftsfaktor Trauma: Konsequenzen für Produktivität und Arbeitsmarkt

3. Traumatherapie kann helfen
Was kann eine wirksame und nachhaltige Therapie erreichen?
Wer hilft? Hilfe- und Therapienetzwerk für traumatisierte Kinder
Lücken in der Versorgungslandschaft

Die Referenten

Prof. Dr. Ulrich T. Egle – Ärztlicher Direktor Celenus Psychosomatische Fachklinik Freiburg GmbH
Prof. Hans Markowitsch – Universität Bielefeld, Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft
Prof. Silke Gahleitner – Alice Salomon Hochschule Berlin
Dr. Christian Böhm – Leiter der Beratungsstelle Gewaltprävention der Schulbehörde Hamburg
Dr. Andreas Krüger – Ärztlicher Leiter des Instituts für Psychotraumatologie des Kindes- und Jugendalters (IPKJ)
Moderator der Veranstaltung: Klaus Wiesinger

Die Themenausstellung (Hausmesse)

Diese Hilfsorganisationen stellen aus und informieren:

• Allerleirauh – Beratungsstelle bei sexueller Gewalt
• Notfallseelsorge der Feuerwehr
• PFIFF – Pflege- und Patenkinder-Fachdienst für Familien
• Polizeilicher Opferschutz
• PRO AKTIV – Interventionsstelle bei Häuslicher Gewalt Verwaiste Eltern und Geschwister
• WEISSER RING

Der Erfolg übertraf erneut alle Erwartungen: über 600 Gäste informierten sich auf den Fachvorträgen und an den Informationsständen der Hilfseinrichtungen. Die Veranstaltung wurde auch in diesem Jahr durch die Hamburger Schulbehörde unterstützt und als Fortbildungsveranstaltung von der Hamburger Ärztekammer akkreditiert.

ANKERLAND SAGT DANKE!

Die ersten Ankerland TraumaTage mit Fokus auf das sensible Thema Jugendgewalt waren ein überwältigender Erfolg. Hunderte Gäste, medizinisches und psychologisches Fachpublikum, Lehrer, Eltern, Betroffene, Interessierte und Medien füllten das Museum für Völkerkunde. Die Teilnehmerzahl übertraf alle Erwartungen. Die Ankerland TraumaTage fanden im Oktober 2011 unter der Schirmherrschaft von Hamburgs Erstem Bürgermeister Olaf Scholz zum ersten Mal statt. Die Informationsveranstaltung bot Vorträge, Podiumsdiskussionen, Gespräche und Beratung durch zahlreiche Hilfsorganisationen. Sie informierte über die Möglichkeiten der Prävention, die Akutversorgung und Therapie der Folgen von Jugendgewalt.

Neben dem Veranstalter Ankerland informierten und berieten die PRO AKTIV – Interventionsstelle bei Häuslicher Gewalt, der Polizeiliche Opferschutz, der WEISSE RING, die Organisation Gefangene helfen Jugendlichen e. V., der Deutsche Kinderschutzbund, das Hamburger Gewaltschutzzentrum, das Kriseninterventionsteam des DRK und die Seelsorge der Hamburger Feuerwehr die Besucher. Schirmherr Olaf Scholz bekräftigte über ein Grußwort die Wichtigkeit und Ernsthaftigkeit seines Engagements für Ankerland und die TraumaTage.

Hochkarätige Referenten beleuchteten die Thematik im Laufe des Tages und Moderator Klaus Wiesinger führte durch das Programm: Schüler- und Elternvertreter setzten sich mit dem Thema „Gewalt in der Schule“ auseinander. Dr. Christian Böhm, Leiter der Beratungsstelle Gewaltprävention stellte die Handlungskonzepte der Hamburger Schulbehörde vor.

Mit dem Themenkomplex „Beziehungsgewalt“ beschäftigten sich Prof. Dr. Peter Wetzels, Leiter des Instituts für Kriminalwissenschaften der Universität Hamburg und Prof. Dr. Hubertus Lauer, Vizepräsident des Deutschen Kinderschutzbundes.

Prof. Dr. Dr. Gerhard Roth, der Direktor des Instituts für Hirnforschung an der Universität Bremen gab dem Auditorium einen fundierten, aber auch für den Laien verständlichen Einblick in die Hirnforschung und referierte über die Auswirkungen körperlicher und psychischer Gewalt auf das kindliche Gehirn.
Über die Folgen körperlicher Gewalt und seelischer Verletzungen sprach auch Dr. Andreas Krüger, Initiator und medizinischer Leiter von Ankerland. Er wies in seinem Vortrag u. a. auf die Lücken im Versorgungsnetzwerk und die Notwendigkeit eines Trauma-Therapiezentrums für Kinder und Jugendliche hin – eines der wesentlichen Ziele von Ankerland.

Den Abschluss des Informationsforums bildete eine Podiumsdiskussion zum Thema, in der neben Referenten des Tages auch Kathrin Hennings, Landesjugendbeauftragte der Polizei Hamburg, Kristina Erichsen-Kruse, stellvertretende Landesvorsitzende des WEISSEN RING und Sabine Voigt, Leiterin der Interventionsstelle bei Häuslicher Gewalt von PRO AKTIV diskutierten und sich den Fragen des Publikums stellten.

Zum Ausklang der TraumaTage 2011 wurden 150 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Medien zu einem Benefiz-Dinner empfangen. Durch den Abend und die Talkrunden zum Thema Jugendgewalt führte Alida Gundlach, musikalische Highlights des Abends waren der grandiose Auftritt von Max Mutzke und die Gruppe LuKuLuLe. Alle Künstler traten ohne Gage auf.

ANKERLAND SAGT DANKE!