Ankerland trauert um Erika Prigge

Wir trauern um unsere Freundin und langjährige ehrenamtliche Mitarbeiterin des Trauma-Info-Telefons von Ankerland, Erika Prigge, die im Alter von 83 Jahren verstorben ist.

Erika Prigge kam 2008 nach der Gründung des Vereins über Annemarie Weighardt zu uns. Beide kannten sich durch die Arbeit für den Bundesverband Sekretariat und Büromanagement e. V. Nach 35 Jahren Tätigkeit als Chefsekretärin der Psychiatrischen Klinik Ochsenzoll war es für Erika Prigge eine Herzensangelegenheit, sich für psychisch traumatisierte Kinder einzusetzen – zusätzlich zu ihrer Tätigkeit als Schatzmeisterin im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention e. V.

» mehr

Anfangs arbeitete sie gemeinsam mit Annemarie Weighardt im Büro des Vereins. Als 2010 das Trauma-Informationszentrum mit seinem Trauma-Info-Telefon an den Start ging, zögerte sie keinen Moment, Ratsuchende am Telefon mit ihrer Fachkenntnis über die Versorgungslandschaft und mit ihrer großen Lebenserfahrung zu unterstützen, die passende Hilfe zu finden.

Erika Prigge war bis zu ihrem Tod aktiv im Team des Trauma-Info-Telefons tätig und immer mit Rat und Tat zur Stelle, wenn sie gebraucht wurde. Ihre wertschätzende Haltung, ihr Humor und ihre Anekdoten werden uns allen in bester Erinnerung bleiben.

Ihr wacher Verstand und ihre Wissbegier ließen sie bis zuletzt Vorlesungen an der Universität Hamburg belegen und stehen beispielhaft für ein erfülltes Leben auch im hohen Alter.

Vielen Dank für alles, liebe Erika Prigge. Wir werden Sie sehr vermissen.

» weniger

Die Zeit heilt nicht alle Wunden!

-Fachtagung informiert über Folgen unbehandelter Traumatisierungen bei jungen Menschen
-10 Prozent aller Kinder sind traumatisiert
-PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung) im Kindesalter ist eine Volkskrankheit

Hamburg, 19. Oktober 2018 – Eine schwere Traumatisierung kann jedes Kind treffen: Verkehrsunfall, Mobbing in der Schule, Missbrauch oder Flutkatastrophe – es gibt tausend Möglichkeiten, dass die Seele bricht. Täglich werden Kinder und Jugendliche psychisch schwer verletzt. In Hamburg sind es nach aktuellen Schätzungen jedes Jahr mehrere Tausend.

Seit 2011 veranstaltet Ankerland die Ankerland TraumaTage. Sie sind die größte und in Deutschland wohl einzigartige Informations- und Diskussionsplattform im Kinder- und Jugendbereich, die sich mit diesem Thema beschäftigt und sowohl an Profis als auch an Laien adressiert ist. Am Donnerstag trafen sich rund 500 Zuhörer im Helmut Schmidt Auditorium auf dem Campus der Bucerius Law School zu den dritten bundesweit beachteten TraumaTagen.

» mehr

Das Thema der TraumaTage 2018: „Langzeitfolgen psychischer Traumatisierung junger Menschen für die Betroffenen, ihre Familien und die Gesellschaft.“ Auf dem Programm standen Vorträge hochkarätiger Referenten, Diskussionen und eine Informationsmesse ausgewählter Hilfsorganisationen. Durch das Programm führte die NDR-Moderatorin und Ankerland-Unterstützerin Julia-Niharika Sen.Der Traumaexperte Dr. med. Andreas Krüger ist Initiator vom Ankerland e. V. – dem Förderverein zur Hilfe schwer traumatisierter Kinder und Jugendlicher und fordert seit langem den konsequenten Ausbau eines professionellen Versorgungsnetzes für betroffene Kinder. „Wie der Körper, braucht auch die Seele nach schwerer Verletzung eine Behandlung. Aber umfassende Hilfe steht bislang nur unzureichend zur Verfügung. Aufgrund der Versorgungslücke bleibt das Trauma der Betroffenen viel zu oft unerkannt oder wird nur unzureichend therapiert“, sagt Dr. Andreas Krüger. „10 Prozent aller Kinder leiden allein an einer PTBS!“Unerkannt. Unbehandelt. Ein Leben lang.

Bleiben psychische Traumatisierungen unbehandelt, leiden die Betroffenen häufig ein Leben lang – an psychischen und körperlichen Folgeerkrankungen. Die Auswirkungen für die Familien der Betroffenen und unsere Gesellschaft sind nicht minder folgenschwer. Zu den psychischen Langzeitfolgen gehört unter anderem die Posttraumatische Belastungsstörung. Studien verweisen auf ein vermehrtes Auftreten körperlicher Erkrankungen wie beispielsweise Krebs, Herz-Kreislauferkrankungen und Rheuma. Hinzu kommt ein erhöhtes Suchtrisiko: Erwachsene rauchen etwa doppelt so häufig oder entwickeln eine Abhängigkeit von sogenannten harten Drogen.

Verkürzte Lebenserwartung durch Stress in der Kindheit!

Mit den TraumaTagen werden über die Fachwelt hinaus Hilfsorganisationen, Betroffene, Studenten und alle Interessierten am Thema angesprochen. So konnten die rund 500 Besucher den Vorträgen der Referenten auch als Laien folgen und Fragen stellen.
Prof. Dr. Andreas Maercker von der Universität Zürich referierte zum Thema „Psychische Erkrankungen im Erwachsenenalter als Folge kindlicher Traumatisierung – langes Leiden an sich selbst und Leid für die soziale Umgebung.“ Anschaulich illustrierte er seine Aussagen mit Beispielen aus einer die Lebensspanne übergreifenden neueren Studienserie über die „Verding Kinder“ in der Schweiz. Hat Suchtverhalten etwas mit Trauma zu tun? Da kam ein klares „ja“ von Prof. Dr. med. Ingo Schäfer, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Direktor vom Arbeitsbereich Suchtmedizin, Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf. Mehr als die Hälfte der Suchtabhängigen hat ein Trauma in der Kindheit erlitten und betäubt sein unsichtbares Leiden mit Alkohol, Tabletten und/oder Drogen.

Prof. Dr. med. Ulrich T. Egle, Facharzt für psychosomatische Medizin, Psychotherapie und Spezielle Schmerztherapie, Klinik Sanatorium, Kilchberg, Zürich wies in seinem Vortrag darauf hin, dass anhaltender Stress in der Kindheit unsere Lebenserwartung verkürzt und hält ein Plädoyer für Prävention. Traumata in der Kindheit führen bei manchen Patienten später zu schweren internistischen Krankheiten wie Diabetes, Krebs oder Herzkrankheiten, zeigen Studien auf. Traumatisierte Kinder mit PTBS haben ein 240 Prozent höheres Risiko, nicht das 65. Lebensjahr zu erreichen. Prävention sollte schon bei werdenden Mütter anfangen. Kunsttherapeutin Nicole Alich, Dozentin Kunsttherapie Berlin / Kunsthochschule Berlin-Weißensee, sprach über: Wenn Kunst schmerzt und heilt und zeigte auf, wie Künstler mit belastenden Kindheitserfahrungen ihr Leid verwandeln. Auch welche Heilungschancen künstlerische Prozesse ermöglichen waren Inhalte ihres Vortrages.

„Die Erkenntnisse der Experten legen nahe, dass möglichst frühe, traumaspezifische und nachhaltige Behandlungsmaßnahmen sinnvoll sind“, sagt Dr. Andreas Krüger als Fazit. Seit 2008 setzt sich Ankerland e.V. schon für die Schließung einer Versorgungslücke bei traumatisierten Kindern und Jugendlichen ein. Pro Patient fallen laut Ankerland im Durchschnitt rund 8.000 Euro Therapiekosten pro Jahr an. Die durch Fundraising aufgebrachten Mittel zur Finanzierung der Personal- und Betriebsmittel sollen langfristig aber durch die öffentlichen Kostenträger mitgetragen werden. Gespräche mit Krankenkassen und der Fachbehörde haben bislang zu keinen finanziellen Zusagen geführt. Eine Begründung: Es bestehe kein besonderer Versorgungsbedarf. Ein Grund mehr für die TraumaTage, aufzuklären und aufzuzeigen, dass das sehr kurzsichtig gedacht ist, denn „die Zeit heilt eben nicht alle Wunden“!

» weniger

Rette sie, wer kann! –

Unterstützung von Außenwerber Wall mit Plakatkampagne zum 10. Geburtstag von Ankerland e.V.

Hamburg, den 1. Oktober 2018 – Sexueller Missbrauch, Gewalt, Vernachlässigung oder der Verlust von Angehörigen treffen gerade Kinder mit unvorstellbarer Brutalität. Ohne Hilfe können sie das Leid nicht verarbeiten. Der Verein Ankerland in Hamburg engagiert sich dafür, dass traumatisierten Kindern frühzeitig und nachhaltig geholfen wird. Der Verein ist auf Spenden angewiesen. Unterstützung bekommen sie jetzt von Außenwerber Wall mit kostenlosen Werbeflächen an rund 600 Touchpoints in Hamburg.

» mehr

Premiere und Start für die neue Ankerland-Plakatkampagne war heute am Rathausmarkt. Gemeinsam mit Dr. Andreas Krüger, Trauma-Experte und Initiator von Ankerland, seinem Team sowie Stephan von Naguschewski, Leiter Verkaufsbüro Nord von Wall, wurde das neue Spenden-Motiv als City Light Plakat präsentiert. Die Ankerland-Kampagne, entworfen von RIDDERWERKE, zeigt ein im Wasser versinkendes Kind, das immer tiefer in die Welt seiner Ängste sinkt. Denn genau das passiert täglich. „Rette sie, wer kann“, lautet dann auch der Spendenaufruf.

Etwa 5.000 bis 10.000 Kinder und Jugendliche in der Hansestadt Hamburg leiden unter einer Trauma-Folgestörung. Nur die Spitze des Eisberges. Mit Ankerland wurde im Februar 2008 ein Verein gegründet, der sich um die intensive Betreuung schwer verletzter Kinderseelen kümmert. Im April 2016 wurde schließlich das bundesweit erste intensivtherapeutische Trauma-Therapiezentrum in Hamburg Eppendorf eröffnet. Psychische Traumatisierung und mögliche Folgeschäden sind ein Thema, das alle angeht. Die Vision ist, dass das Ankerland-Konzept als Standard in die Regelversorgung integriert wird – und flächendeckend Trauma-Therapiezentren bundesweit aufgebaut werden können. Das würde auch eine Finanzierung des Konzeptes durch öffentliche Kostenträger gewährleisten. Bisher ist Ankerland e.V. auf Spenden angewiesen.

Eine stadtweit sichtbare Plakat-Kampagne kommt da als Hilfe wie ein Geschenk des Himmels. „Ich hätte mir bei Vereinsgründung nie träumen lassen, dass wir zum 10. Geburtstag so ein Geschenk bekommen. Dank der Wall GmbH und unserem kreativen Freund Andi Ridder von RIDDERWERKE stehen wir nun hier und staunen. Von Herzen Danke der Wall GmbH und besonders Stephan von Naguschewski, dass die traumatisierten Kinder ein Gesicht und eine Stimme bekommen in Hamburg“, sagt Dr. Andreas Krüger.

Stephan von Naguschewski zum Engagement des Unternehmens Wall: „Wenn eine Kinderseele Schaden erleidet, hat dies Auswirkungen auf das ganze Leben. Es muss das Ziel unserer Gesellschaft sein, Kinder einerseits von vornherein vor jeglicher Gefährdung zu schützen – sie aber vor allem aufzufangen und ihnen alle mögliche sowie vor allem qualifizierte Hilfe zu geben, wenn sie schweres
Leid erfahren haben. Ankerland tut dies durch seine engagierte Arbeit jeden Tag. Mit der Plakatkampagne wollen wir auf die so wertvolle Leistung des Vereins aufmerksam machen und Hamburg aufrufen, Ankerland bei seinem Wirken zu unterstützen.“

» weniger

Traumatisierte Kinder brauchen Hilfe –

und Promis und Gäste feiern für den guten Zweck * Charity-Gala im Gruenspan mit Nazan Eckes, Rebecca Immanuel und Carola Veit

Hamburg, den 13. September 2018 – „An Abenden wie diesem weiß man nicht, ob man weinen oder sich freuen soll“, sagt Dr. Andreas Krüger und spricht damit allen aus der Seele. Der Trauma-Experte und Gründer von „Ankerland e.V.“ bat anlässlich ‚10 Jahre Ankerland‘ zur Charity-Spenden-Gala ins Gruenspan. Carola Veit, Präsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft übernahm die Schirmherrschaft und TV-Gesicht Nazan Eckes, selber Mutter, führte durch den Abend als Moderatorin, um ein schwieriges Thema aufzuzeigen.

» mehr

Es ist kein Schönes. Eher eines, das Bauchschmerzen verursacht und den Gästen Tränen in die Augen treibt. Dass zeigte sehr anschaulich Schauspielerin Rebecca Immanuel, die auf der Bühne ein kleines Mädchen darstellte, das ein Trauma durch Gewalt in der Familie erlitt. „Ich glaube fest daran, dass das Leid einer Traumatisierung nicht nur die jungen Betroffenen ein Leben lang negativ begleiten wird, sondern auch deren Umfeld – sprich unsere Gesellschaft kann nur wachsen und erneuert werden, wenn wir uns mit ANKERLAND dafür einsetzen, dass die heranwachsenden Generationen in einem geschützten Raum heilen und sich gesund entwickeln können“, erklärt Rebecca Immanuel ihr Engagement als Botschafterin für Ankerland. 5.000 bis 10.000 Kinder und Jugendliche in der Hansestadt Hamburg leiden unter einer Trauma-Folgestörung. Nur die Spitze des Eisberges. Mit Ankerland wurde im Februar 2008 ein Verein gegründet, der sich um die intensive Betreuung schwer verletzter Kinderseelen kümmert.

Dieser Meilenstein musste gefeiert werden. So sorgten Poetry-Slammerin Mona Harry, DJ Mousse T. und Schauspielerin Anna & der Swing Klub für unterhaltsame Momente auf der Bühne und im Saal. Ein 3-Gang-Menü von Tim Mälzers Speisenwerft und feinste Drinks sorgten auch für gute Stimmung bei den rund 140 Gästen. Es sollten ja nicht nur die Herzen, sondern auch die Geldbörsen geöffnet werden. Bei einer Stillen Auktion konnten die engagierten Gäste fleißig Gebote abgeben und so auch noch was mit nach Hause nehmen. Von der TUI Cruises Kreuzfahrt bis hin zum Kunstwerk von Armin Dietrich oder einem Maßkleid von Ella Deck Couture. Auch ein Wohnzimmerkonzert mit Reinhold Beckmann wurde angeboten und vom Ehepaar Anja und Bernd Glathe (Auto Wichert) ersteigert. Eine mittlere fünfstellige Summe an Erlösen kam schon am Abend zusammen, weitere Spenden wurden angekündigt.

An den schön gedeckten Tischen im urigen Gruenspan saßen u.a. Hubert Neubacher (Barkassen-Meyer) neben TUI Cruise-Chefin Wybcke Meyer, Phong Lan Truong kam mit Lysann Geller und talkte am Tisch mit Yvonne Trübger (Pianohaus Trübger). Mit den Ankerland-Vorständen Gerald Böhme, Tobias Clairmont und Ilse Hüttner gingen einige Gäste ins Gespräch, darunter NDR-Moderatorin Julia Sen, Tim Mälzer, Sänger Ingo Pohlmann, Uriz von Oerzen (hi-life), Schauspieler Guido Broscheit, Oliver Tienken, Susanne Korden, Sven Neuhaus (HSV), Designerin Ella Deck, StrandGut-Ressort Chef
Karsten Werner, Christine Deck, Annika Schwieger, Dr. Renate Thomsen, Armin Dietrich, Jenny Falckenberg, Büdi Blunck, Sven Neuhaus uvm.

» weniger

Hamburger Kinderschutzpreis 2016

Am 11. Oktober 2016 hat der ANKERLAND-Vorstand in Vertretung für alle ANKERLÄNDER den neugeschaffenen HELDENHERZ Hamburger Kinderschutzpreis entgegen genommen. Das Preisgeld in Höhe von 20.000 € sichert im ANKERLAND Trauma-Therapiezentrum die Finanzierung der Behandlung von drei Kindern für ein ganzes Jahr.

» mehr

HELDENHERZ-Schirmherrin ist die Präsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft, Carola Veit. Mit dem HELDENHERZ-Preis soll der Kinderschutz in Hamburg gestärkt werden. Die Stiftung Mittagskinder will ein Zeichen dafür setzen, dass alle Kinder das Recht auf Schutz vor körperlicher und seelischer Gewalt haben. „Die Gesellschaft muss dafür nachdrücklich einstehen“, sagte die Stiftungsvorsitzende Susann Grünwald. „In Hamburg sind Kinder gewaltsam und auf grausame Weise zu Tode gekommen durch Menschen, denen sie als Schutzbefohlene anvertraut waren. Wir wollen, dass Gewalt gegen Kinder in unserer Gesellschaft geächtet wird.“ Zur HELDENHERZ-Verleihung kam auch Starkoch Steffen Henssler. Er engagiert sich seit Jahren als Botschafter für die Stiftung Mittagskinder und gehörte der HELDENHERZ-Jury an.

Wir danken der Stiftung Mittagskinder und der Jury von Herzen für diese Auszeichnung!

Zum Hamburger Kinderschutzpreis

» weniger

Fotocredit: Abi Schmidt